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..... oder, via Norwegen übers Baltikum ans Schwarze Meer
Man darf getrost sagen, dass es unterdessen Tradition hat. Einmal pro Jahr geht's für einige Tage mit Fliegerfreunden auf Reisen. Dieses Jahr mit dabei:
- 6 Piloten
- 1 Co-Pilot
- HB-KEC Robin 3000,
- HB-CKT C172RG
- und die allseits beliebte Rockwell Commander 114B alias HB-NDC
Eine ganze Woche ist in unserer Agenda reserviert, 5 Tage effektive Reise sind geplant. Ziel? Aus Erfahrung haben wir jeweils verschiedene Routen, in verschiedene Himmelsrichtungen vorbereitet. Wobei "wir" wohl etwas übertrieben ist (sorry, ein Insider). Diese Jahr wären dies:
- Norwegisches Fjord - Flying
- Baltische Erkundungsreise
- Badeferien am Schwarzen Meer
- Die Notlösung Malta
Norwegen mussten wir uns schon früh vor der geplanten Abreise abschmincken. Dieselbe Front hat uns einen Tag vor dem geplanten Start auch das Baltikum vermiest. Aber alle Meteorologen waren sich einig, dass Bulgarien DIE sichere Wetterlage bietet. Gesagt, getan........
Dabei rausgekommen ist folgende Route

Bereits früh am Morgen herrscht heute Betrieb in Triengen. Alles muss verstaut, betankt und kontrolliert sein.

Schon bald sind wir in der Luft und befinden uns in Österreich über dem Aqua Dome. Es soll ja Leute geben, welche sich neben der Luft auch im Wasser wohl fühlen:-)
Das soll mal einer verstehen!

Danach wird es etwas spannend, da die Wolkendecke dichter und dichter wird. On Top, oder unten durch? Beide Varianten sind möglich und wir treffen uns einige Minuten später bei CAVOK Bedingungen wieder alle über dem Heliport Lienz.
Ein kurzer Zwischenstopp in Graz und weiter geht's nach Ungarn wo wir in Siofok (LHSK) landen.

Nach butterweichen Landungen planen wir noch die Flieger zu betanken, bevor wir die Motoren für heute endgültig abstellen und den Rest des Tages in Ungarn als Fussgänger geniessen.
Doch oh Schreck, was läuft denn da für eine Sauce über das Bugrad der Rockwell? Und warum ist der Stossdämpfer am Anschlag? Das sieht nach einem Problem aus!

Während sich zwei Freiwillige um die Reparatur kümmern, beziehen wir anderen schon mal das Hotel und halten unsere Füsse in den anliegenden Plattensee. Wir sind nicht die Einzigen, es sich gut gehen lassen.

Früh am Sonntagmorgen geht's es weiter mit unseren Reparaturbemühungen.

Als Zeitvertrieb konnten wir den am Platz stationierten Heli MI8 welche für Fallschirmabsprünge genutzt wird, besichtigen.

Wer russisch kann ist im Vorteil.

Glückerlicherweise stellt sich heraus, dass der Rockwell Stossdämpfer baugleich mit einer C172 ist, und so schaffen wir es zusammen mit einem ungarischen Mechaniker den defekten O-Ring zu ersetzen und die Rockwell wieder auf drei gesunde Beine zu stellen.
Ob es einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen butterweichen Landungen und defekten O-Ringen gibt, konnten wir trotz ausgiebiger Diskussionen bei kühlem Bier nicht abschliessend klären.

Und dies war der Bösewicht

Somit steht unserem Weiterflug nach Rumänien (LRAR; Arad) nichts mehr im Weg.
Der Aufenthalt in diesem total verlassenen Terminal dauert dann etwas länger als geplant, da sich unser Flugplan partout nicht finden lässt.

Weiter geht's nach Bulgarien. Nächstes Ziel, LBGO, Gorna.

Dort angekommen realisieren wir schnell, dass wir heute nicht mehr weiter kommen werden. Die Wolken türmen sich links wie rechts massiv und das typische Saugen der weissen Türme veranlasst uns, mit dem Festzurren der Flugzeuge etwas Gas zu geben.

Es reicht grad noch zum Tanken (frisch vom herangefahrenen Stahlfass), dass schüttet es auch schon aus allen Kübeln.

So fällt der Entschluss leicht. Wir übernachten hier. Zuerst dürfen wir aber noch einige Zeit im verlassenen Terminal auf die Erledigung des Papierkrams warten.

Per Taxi geht's nach Tirnovo wo wir es uns kulinarisch so richtig gut gehen lassen.

Am nächsten Tag ist zumindest über unserem Platz wieder CAVOK. En route werden wir aber wieder einige Gewitterzellen antreffen. Mal sehen wie stark uns diese beeinträchtigen werden.

Vorher bleibt noch ein wenig Zeit, die hier herumstehenden Maschinen zu untersuchen.



Schon kurz nach dem Start sind die Zellen auch schon da. Aber als ob Petrus unsere Pläne kennen würde. Links und rechts ist der Teufel los, aber wir kommen ruhig auf unserer Route durch.


So steht nichts mehr zwischen uns und unserem Reiseziel, dem schwarzen Meer. Wir drehen noch ein paar sightseeing Runden an der Küste.....


.....bevor wir auf LBPR (Primorsko) landen. Ein netter kleiner Platz.

Die hier stationierte Antonov wird auch von einem Schweizer Piloten geflogen.


Danach geh'ts sofort ab ans Meer. Zwar nicht wirklich meine Priorität, aber wenn man schon mal das ist......

Auch das Hotel lies sich durchaus sehen.

Tags darauf, geht's auf den Heimweg. Dieser führt via Serbien und Bosnien nach Kroatien. Nachfolgend einige inflight Bilder.
Unsere "3 ship formation" von beiden Seiten


Auch Rücken können entzücken, vorallem in der Rockwell Commander

Zum Abschluss des Tages landen wir in Rijeka (Insel Krk, Kroatien) wo wir mit dem Shuttle vom Flieger direkt bis zum Hotel chauffiert werden. Sowas nennt man Service!
Das Hotel selbst passte ebenfalls.

Auf der letzten Etappe geht's erstmal zum nahe gelegenen Vrsar, wo die Landungen diesmal nicht alle so butterweich sind:-) Dafür bleiben die Flieger heil.

Hier gönnen wir uns noch einige Stunden im schönen Städtchen bevor wir via Sovenien zurück nach Triengen fliegen.
Danach gehts schnell, und so sind wir viel zu schnell wieder im Downwind RWY 33 in Triengen und landen alle sicher wieder auf unserer Homebase.

Wir beschliessen unsere traditionelle Flugreise. Natürlich mit einem traditionellen Wurst / Käse Salat garniert im Flugplatz Restaurant. Vorher aber wird noch das traditionelle Gruppenfoto geschossen.

Schweiz - Östereich - Ungarn - Rumänien - Bulgarien - Serbien - Bosnien (10 Sekunden Überflug) - Kroatien - Slovenien - Italien (keine Landung) - Schweiz
Zehn Länder, eine Reise.
So sind wir nach 12 Fluglegs, ca. 19 h Flugzeit pro Flieger und ungefähr 1'900 NM um einige aviatische und kameradschaftliche Erlebnise reicher. Nur vor der Abschlussrechnung graut es uns noch ein wenig......
Die Reise war ein Traum - Die Rechnung das post traumatische Erlebnis (Zitat A. Näf; 2010)
Und hier gehts zum Trailer unseres Road - Movies |